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Biografie

Der im Wirt­schafts­wunder­jahr 1963 ge­bo­re­ne Bern­hard Sten­ge­le ist als drit­tes von fünf Kin­dern ei­ner selbst­stän­di­gen, sozial­de­mo­kra­ti­schen Schrei­ner-Fa­mi­lie in Kiß­legg, ei­ner Klein­stadt im baden-württem­ber­gi­schen West­all­gäu, auf­ge­wachsen und zur Schu­le ge­gan­gen. Nach Abi­tur und Zi­vil­dienst wand­te er sich dem in­ter­natio­na­len Thea­ter zu.

In Paris ab­sol­vier­te er an der "Ecole Monika Pag­neux et Philipp Gau­lier" sei­ne Aus­bil­dung zum Schau­spie­ler, spiel­te zu­nächst am Teatro itinerante del sol in Düs­sel­dorf so­wie an der Thea­ter­werk­statt Han­no­ver, mit der er un­ter an­de­rem am Odin Tea­tret im dä­ni­schen Holste­bro als auch am Wach­tan­gow-Thea­ter in Mos­kau zu Gast war. Da­rü­ber hinaus hat er beim Tanz­the­a­ter Sko­ro­nel und beim RIAS in Ber­lin ge­ar­beitet.

1992 wurde er fes­tes En­semble­mit­glied am Stadt­the­a­ter Konstanz. Nach ei­nem fünf­jährigen En­ga­ge­ment am Saar­län­di­schen Staats­the­a­ter Saar­brücken, wo er auch erste Regie­ar­bei­ten über­nahm, wechsel­te er 2001 er­neut ans Stadt­the­a­ter Konstanz. Er in­ten­si­vier­te sei­ne Regie­ar­beit und brach­te seine bei­den ersten Lyrik­pro­gramme "Sie ha­ben näm­lich En­ten­füße" und "Hin­ter tau­send Stä­ben", mit de­nen er bis heu­te regel­mäßig auf­tritt, mit großem Er­folg zur Ur­auf­füh­rung. 2004 wur­de Bern­hard Sten­ge­le Schau­spiel­di­rek­tor am Main­fran­ken Thea­ter in Würz­burg, von 2012 bis 2017 nahm er die­se Po­si­tion bei Thea­ter&­Phil­har­mo­nie Thü­rin­gen in Al­ten­burg und Gera ein.

In der Oper be­schäf­tigt er sich vor al­lem mit Mu­sik aus dem 18. Jahr­hun­dert und der Oper­ette, sei­ne Ar­beit im Schau­spiel be­schäf­tigt sich ne­ben dem klas­si­schen Re­per­toire haupt­säch­lich mit der Ver­bin­dung ver­schie­de­ner Kul­tu­ren und Zi­vi­li­sa­tio­nen. So ist ei­ne Be­son­der­heit sei­ner Pro­duk­tio­nen das Zu­sam­men­füh­ren von Schau­spie­lern aus der gan­zen Welt. Das führte ihn eben­so nach Mos­kau, Peters­burg und Tif­lis, wie nach Is­tan­bul, Şi­rin­ce, Sa­mos und Tel Aviv.

Bei Thea­ter&Phil­har­mo­nie Thü­rin­gen hat es sich Bern­hard Sten­ge­le da­rüber hin­aus zur Auf­gabe ge­macht, lo­kal be­ziehungs­weise re­gi­o­nal re­le­van­te The­men auf­zu­grei­fen und Stücke da­rüber zu ent­wickeln. Hier sind be­son­ders die Pro­duk­ti­o­nen "Die im Dun­keln" von Mona Becker und "Bar­ba­ros­sa aus­ge­KYFFt" von Ma­nu­el Kres­sin und Olav Krö­ger her­vor­zu­heben.

Seine Arbeit er­rang in­ter­natio­nale An­er­ken­nung und Auf­merk­sam­keit. Ins­be­son­dere die Pro­duk­ti­on "Der Haupt­mann von Kö­pe­nick" mit Ouel­go Téné in der Haupt­rolle wur­de von Me­dien und Pub­li­kum kon­tro­vers dis­ku­tiert. Mit "Cohn, Bucky, Levy – Der Ver­lust" setzte er dem fast völ­lig ver­ges­senen jü­di­schen Le­ben in Al­ten­burg ein Denk­mal und schuf ein En­semble aus Ju­den, Pa­lästi­nen­sern, Tür­ken, Griechen und Deut­schen. 2017 er­hielt Thea­ter&­Phil­har­mo­nie Thü­rin­gen un­ter an­derem für die Ar­beit des Schau­spiel­en­sembles un­ter sei­ner Lei­tung den "Thea­ter­preis des Bundes".

2017 hat er die künst­lerische Lei­tung des Som­mer­the­a­ters Über­lin­gen über­nom­men, außer­dem hat er die Pro­duk­ti­on "Cohn, Bucky, Levy – Der Ver­lust" mit Thea­ter&­Phil­har­mo­nie Thü­rin­gen und dem Jaf­fa Thea­ter in Tel Aviv ur­auf­ge­führt. Nach ei­nem Studien­auf­ent­halt im Se­ne­gal hat Bern­hard Sten­ge­le von März 2018 bis März 2019 als Bei­rats­vor­sitzen­der und Change Ma­na­ger die mit­tler­weile von seinem äl­testen Bru­der ge­führ­te und auf über 200 Mit­ar­bei­ter an­ge­wachsene Schrei­nerei in Kiß­legg auf Nach­hal­tig­keit um­ge­stellt, da­neben hat er als frei­er Re­gis­seur zum Be­ginn der Spiel­zeit 2018/2019 die Oper­ette "Der Vogel­händ­ler" von Carl Zel­ler für Thea­ter&Phil­har­mo­nie Thü­rin­gen in­sze­niert.

Seit Früh­jahr 2019 ar­bei­tet er in­ten­siv an der Kon­zep­tion für die Inter­national School of Per­for­ming Arts (ISoPA) – im Ok­to­ber 2019 hat er zu­sam­men mit der Kul­tur­ma­na­gerin Stephanie Er­ben auf ei­ner Pres­se­kon­fe­renz in Al­ten­burg den Start­schuss für eine Um­set­zung ab 2020/2021 ge­geben.

Seit dem 25. Januar 2020 ist Bern­hard Sten­ge­le Lan­des­spre­cher von Bünd­nis 90/Die Grü­nen in Thü­rin­gen.

 
 

Inszenierungen Schauspiel

2017: Ella (Herbert Achternbusch)
Sommertheater Überlingen

2017: Cohn Bucky Levy – der Verlust (Mona Becker / Gaby Aldor / Bernhard Stengele)
Theater&Philharmonie Thüringen / UA
Koproduktion mit dem Carar Institute und dem Jaffa Theatre Tel Aviv über jüdisches Leben in Altenburg
Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes und die Stiftung Erinnerung, Verantwortung, Zukunft

2017: Der Hauptmann von Köpenick (Carl Zuckmayer)
Theater&Philharmonie Thüringen

2016: Zwei Männer ganz nackt – Deux hommes tout nus (Sébastian Thiéry)
Theater&Philharmonie Thüringen / DE

2016: So machen's alle (Manuel Kressin / Olaf Kröger)
Theater&Philharmonie Thüringen / UA

2016: Das zweischneidige Schwert (Petra Paschinger / Bernhard Stengele)
Theater&Philharmonie Thüringen / UA
Recherche über den Islam

2015: Barbarossa – ausgeKYYFt (Manuel Kressin / Olaf Kröger)
Theater&Philharmonie Thüringen / UA

2014 und 2015: Die Schutzlosen – Les Zéros-Morts (Paul Zoungrana / Bernhard Stengele)
Theater&Philharmonie Thüringen / UA
Kooperation mit dem C.I.T.O. Theatre Ouagadougou (Burkina Faso) zum Thema Flüchtlinge
Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes

2014: Tod eines Handlungsreisenden (Arthur Miller)
Theater&Philharmonie Thüringen

2014: Die Frauen von Troja (nach Euripides)
Theater&Philharmonie Thüringen
Koproduktion mit dem Tiyatro Medresesi Şirince (Türkei) und dem Samos Young Artists Festival (Griechenland)
Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes

2014: Ein Sommernachtstraum (Wiliam Shakespeare)
Theater&Philharmonie Thüringen

2014: Nachtgeschwister. Eine obsessive Liebe. Im geteilten Land. (Natascha Wodin / Wolfgang Hilbig)
Theater&Philharmonie Thüringen
Bühnenfassung von Daniela Holtz und Anja Schneider

2013: Wenn es Nacht wird in Meuselwitz – ein Liederabend (Bernhard Stengele)
Theater&Philharmonie Thüringen / UA

2013: Ayana Rabenschwester (Mona Becker / Bernhard Stengele)
Theater&Philharmonie Thüringen / UA

2012: Bezahlt wird nicht (Dario Fo)
Theater&Philharmonie Thüringen

2012: Die im Dunkeln (Mona Becker / Bernhard Stengele)
Theater&Philharmonie Thüringen / UA
Theaterstück über Widerstand am Beispiel mutiger Schüler an einem Gymnasium in Altenburg in den 1950er Jahren

2012: Kasimir und Karoline (Ödön von Horvath)
Theater&Philharmonie Thüringen

2011: Les Funérailles du Désert – Die Stadt der Einsamen (Lilith Jordan / Paul Zoungrana / Bernhard Stengele)
Mainfranken Theater Würzburg (Großes Haus) / UA
Kooperation mit dem C.I.T.O. Theatre Ouagadougou (Burkina Faso)
Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes

2008: Disco Pigs (Enda Walsh)
Mainfranken Theater Würzburg (Kammerspiele)

2007: Die Zaubertrommel (Johnny Lamprecht / Bernhard Stengele)
Saarländisches Staatstheater Saarbrücken

2007: Dantons Tod (Georg Büchner)
Mainfranken Theater Würzburg (Großes Haus)

2007: Der Diener zweier Herren (Carlo Goldoni)
Mainfranken Theater Würzburg (Großes Haus)

2006: Die Zaubertrommel (Johnny Lamprecht / Bernhard Stengele)
Mainfranken Theater Würzburg (Großes Haus)

2006: Nora oder ein Puppenheim (Henrik Ibsen)
Mainfranken Theater Würzburg (Kammerspiele)

2006: 4.48 Psychose (Sarah Kane)
Mainfranken Theater Würzburg (Kammerspiele)

2005: Triumph der Liebe (Pierre Carlet de Marivaux)
Mainfranken Theater Würzburg (Großes Haus)

2005: Das Riesending von Pringewitz (Thilo Reffert)
Saarländisches Staatstheater Saarbrücken (Theater St. Arnual)

2004: Endspiel (Samuell Beckett)
Mainfranken Theater Würzburg (Kammerspiele)

2004: Wilhelm Tell (Friedrich Schiller)
Mainfranken Theater Würzburg (Großes Haus)

2004: Romeo und Julia (William Shakespeare)
Stadttheater Konstanz (Sommertheater Überlingen)

2004: Indien (Josef Hader / Alfred Dorfer)
Stadttheater Konstanz (Großes Haus)

2003: Cyrano (Joe Roets)
Stadttheater Konstanz (Spiegelhalle)

2003: Hamlet (William Shakespeare)
Stadttheater Konstanz (Großes Haus)

2002: Was der Butler sah (Joe Orton)
Stadttheater Konstanz (Großes Haus)

2002: Herr Kolpert (David Gieselmann)
Saarländisches Staatstheater Saarbrücken (Theater St. Arnual)

2000: Kleine Zweifel (Theresia Walser)
Saarländisches Staatstheater Saarbrücken (Theater St. Arnual)

2000: Warten auf Godot (Samuel Beckett)
Saarländisches Staatstheater Saarbrücken (Theater St. Arnual)

 
 

Inszenierungen Oper, Operette, Musical

2018: Der Vogelhändler (Carl Zeller)
Theater&Philharmonie Thüringen

2010: Der Rosenkavalier (Richard Strauß)
Mainfranken Theater Würzburg (Großes Haus)

2008: Cosi fan tutte (Wolfgang Amadeus Mozart)
Mainfranken Theater Würzburg (Großes Haus)

2007: Jekyll & Hyde (Frank Wildhorn / Leslie Bricusse)
Saarländisches Staatstheater Saarbrücken (Großes Haus)

2006: Singles, eine POPerette (Tobias Bücklein / Bernhard Stengele)
Mainfranken Theater Würzburg (Großes Haus)

2005: Orpheus in der Unterwelt (Jacques Offenbach)
Mainfranken Theater Würzburg (Großes Haus)

2002: Blume von Hawaii (Paul Abraham)
Stadttheater Konstanz (Sommertheater Meersburg)

2001: Struwelpeter (Julian Crouch)
Stadttheater Konstanz (Großes Haus)

 
 

Darsteller (Auszüge)

2015: Kruso in Kruso (Lutz Seiler)
Regie: Carlo Thum

2012: Hermann in Die Hermannsschlacht (Heinrich von Kleist)
Regie: Stephan Suschke

2005: König Ödipus in Ödypus, Tyrann (Sophokles)
Regie: Stephan Suschke

2004: Instetten in Effi Briest (Theodor Fontane)
Regie: Reinhard Göber

1998: Mercutio in Romeo und Julia (William Shakespeare)
Regie: Antje Lenkeit

1996: Baal in Baal (Bertolt Brecht)
Regie: Dagmar Schlingmann

1996: Pegleg in The Black Rider (Robert Wilson)
Regie: Nada Kokotović

1995: Yvan in Kunst (Yasmina Reza)
Regie: Stefan Karthaus

 
 

Balladen, Lyrik, Poesie, Rezitation

2019: Run to the Manger
Produktion: Konstanzer Kammerchor
EPK

2019: "Vom guten Ton" – Musik, Moneten und Manieren – Beethoven und seine Vermieter
Beethoven bei uns

2017 - heute: Quand on n'a que l'amour – wenn uns nur die Liebe bleibt
Poesie und Politik

2017: Wenn es Nacht wird in Überlingen
Produktion: THEN-Quartett

2013: Eine europäisch-afrikanische Hommage an Albert Schweitzer mit Orgel, Trommeln und Darstellern von beiden Kontinenten
Ulrich Pakusch, Rachelle Rasmata Ouédraogo, Philipp Reinheimer und Bernhard Stengele

2008 - heute: Deutschland. Ein Wintermärchen (Heinrich Heine)
Produktion: THEN-Quartett

2006: Das Zwischenstück mit dem Feigenblatt (Heinrich Heine / Bertolt Brecht)
Deutsche Lyrik

2004 - heute: Hinter tausend Stäben
Deutsche Lyrik

2004 - heute: Sie haben nämlich Entenfüße
Deutsche Balladen

2003 - heute: Lyrische Programme mit Paul Amrod
Amrod.de

 
 

... und außerdem

2020: Wahl zum Landessprecher von Bündnis 90/Die Grünen in Thüringen
Landesdelegiertenkonferenz am 25.01.2020 / Stadthalle Apolda

2019: Direktkandidat von Bündnis 90/Die Grünen zur Landtagswahl in Thüringen
Wahlkreis 44 / Altenburger Land II

2011: Improtheater als Abo-Produktion
Mainfranken Theater Würzburg

2010: Lehrbeauftragter
Pädagogische Hochschule Würzburg

2009: Bildung eines "Bürgerchors" (ca. 70 Personen)
Mainfranken Theater Würzburg

2008: Lehrbeauftragter
Musikhochschule Würzburg

2007 - heute: Gründungsmitglied des THEN-Quartetts

2006 - 2012: Ausbildungsleiter "Eleven-Modell"
Mainfranken Theater Würzburg

2006 - 2012: Autor*innen-Theatertage
Mainfranken Theater Würzburg

2005: Gründung des Kinder und Jugendtheaters EUPHORION
Mainfranken Theater Würzburg

 
 

Preise und Auszeichnungen

2017: Theaterpreis des Bundes für Theater&Philharmonie Thüringen

2017: Ehrenmedaille für besondere Verdienste (Landkreis Altenburger Land)

2015: Regisseur des Jahres (Thüringer Landeszeitung)

2014: Theater des Jahres (Thüringer Landeszeitung)

2014: Beste Regie für "Die im Dunkeln" (Theater-Oskar der Theatervereine in Altenburg und Gera)

2013: Innovationspreis (Theater-Oskar der Theatervereine in Altenburg und Gera)

2011: Einmaliger Sonderpreis für couragiertes Theater (Bayerische Theatertage)

2010: Beste künstlerische Gesamtleistung (Bayerische Theatertage)

2007: Sprachbewahrerpreis (Regionalgruppe 97 des Vereins deutsche Sprache)

1999: Darstellerpreis für die Interpretation des "Macbeth" (Sponsoren am Saarländisches Staatstheater Saarbrücken)

 
 

Referenzen

Prof. Dr. Benjamin-Immanuel Hoff
Minister für Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten (2014 - heute)
Chef der Staatskanzlei des Freistaats Thüringen (2014 - heute)

Dr. Birgit Klaubert
ehemalige Ministerin für Bildung, Jugend und Sport im Freistaat Thüringen (2014 - 2017)
ehemalige Vizepräsidentin des Thüringer Landtages (1999 - 2014)